Shame, der zweite Spielfilm des englischen Regisseurs Steve McQueen, erzählt von dem sexsüchtigen Unternehmer Brandon Sullivan (Michael Fassbender), dessen Leben durch das Verlangen, möglichst schnell und oft zum Höhepunkt zu kommen, bestimmt wird. Zwischenmenschliche Beziehungen lässt er nicht zu. Mehrmals am Tag hat er Sex, mal mit Frauen, die er flüchtig kennt, mal mit Prostituierten. Er liest Erotikmagazine, schaut pornographische Filme, nutzt Live-Webcam-Dienste und masturbiert, mal zu Hause, mal auf der Arbeit, eben immer dann, wenn er es braucht. Das plötzliche Auftauchen seiner labilen, aber auch sehr anhänglichen Schwester Sissy (Carey Mulligan) und die Auseinandersetzung mit seiner Arbeitskollegin Marianne (Nicole Beharie) konfrontieren ihn nicht nur mit seinen emotionalen Defiziten und deren Ursprung, sondern verstärken auch seine ständige Resignation in die Sucht.