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Gesetzlose Sonderlinge: Das Außenseiter-Kino des Jim Jarmusch

MUBI-Special

„In Amerika geht es allein darum, alles zum Objekt zu machen und zu vermarkten, es geht um Gier und Profit. Darauf reagiere ich, indem ich Filme über scheinbar vertriebene, marginale Figuren mache und über all jene unbedeutenden Dinge, die sie tun." – Jim Jarmusch

Jim Jarmusch ist zweifellos eine Schlüsselfigur des amerikanischen Indie-Kinos der 80er Jahre. Seither hat er ein ganzes Kino-Universum geschaffen, in dem es nur so wimmelt vor rastlosen Außenseitern und scheinbaren Randfiguren, die irgendwie anders ticken als die moderne Welt.
Nun freuen wir uns ganz besonders eine Reihe zu eröffnen, in der wir fünf Schlüsselwerke Jarmuschs aus den 80er und 90er Jahren präsentieren. Diese frühen Filme sind so lakonisch wie cool und doch merkt man ihrem trockenem Humor stets eine zutiefst existentielle Sorge an. Hier sind es vielmehr jene Momente der Misskommunikation und zufälligen Begegnungen, von denen sich Jarmusch fasziniert zeigt, bevor er seine Geschichten später rigideren narrativen Limitationen unterwerfen sollte. Seine langen, schlendernden Takes erschaffen einen nahezu zeitlosen Raum, in dem Details, Gesten und flüchtige Momente der Intimität in den Fokus rücken. Dabei reflektieren spärlich-authentische Sets wie in Permanent Vacation oder später in Stranger Than Paradise eine postindustrielle urbane Landschaft, in der seine Figuren – vollkommen ziel- und zwecklos – umherwandern. Doch bummelt man einmal ein paar Meter neben diesen Sonderlingen her, findet man bald Gefallen an ihren Eigenheiten.
Und sowieso: Wer Jarmusch kennt, der kennt natürlich auch seine Freunde aus der alternativen Kunstszene, die immer wieder als Darsteller auftreten. So trommelt Jarmusch für seine Filme regelmäßig allerlei Koryphäen aus Punk-, New-Wave-, Rockabilly- und Hip-Hop-Kultur zusammen, die jeweils ihre einzigartigen Perspektiven mit in die Rolle tragen. Darunter sind einige Hollywood-Stars wie Johnny Depp in Dead Man und Winona Ryder sowie Gena Rowland in Night on Earth. Auch einige Kultfiguren aus der Musikwelt sind hier mit von der Partie, so wie Screamin’ Jay Hawkins, John Lurie, Iggy Pop, und Neil Young (dessen Band Jarmusch in Year of the Horse dokumentiert). Egal ob Stricher, Landstreicher, Migranten oder arbeitslose Musiker – Jarmuschs Figuren sprechen eine andere Sprache als die Welt, die sie umgibt. Lediglich in der Popkultur finden sie zeitweise so etwas wie Harmonie, zum Beispiel in einer Elvis-Obsession (Mystery Train) oder über die Liebe zum Jazz (Permanent Vacation). Wir freuen uns also, jenen King of Cool des Kinos vorstellen zu dürfen, der bis heute die mythischen Figuren amerikanischer Subkulturen auf die Leinwand bringt.

Down by Law

Jim Jarmusch USA, 1986

Unsere Jarmusch-Serie wird würdig fortgesetzt, und zwar mit einer Schwarzweiß-Komödie, die mit einer höchst ungewöhnlichen Kombination an Charakteren gespickt ist: Roberto Benigni, John Lurie und Tom Waits sitzen im Knast. Dies ist eine etwas andere Geschichte über unverhoffte Freundschaften.

Dauernd Ferien

Jim Jarmusch USA, 1980

Für nur 12.000 Dollar drehte Jarmusch diesen Film in den schmuddeligsten Ecken von Manhattan. Mit seinem schlichten, lakonischen Debüt markierte er bis heute einen Meilenstein des Indie-Kinos. In langen Takes streifen wir hier durch eine desolate Stadt, an deren Rändern wir Faszinierendes entdecken.

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